Gabriele Schwarz bringt Solarenergie in den Senegal mit ihrem Social Business

Gabriele Schwarz liebt das Reisen und studierte internationale Politik und BWL mit dem Ziel, Auslandskorrespondentin zu werden und so ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Eher durch Zufall landete sie dann in der IT-Branche und erarbeitete sich in kurzer Zeit die Position als Geschäftsführerin. Als nach dem Börsengang des Konzerns die familiäre Atmosphäre auf der Strecke blieb, entschied sich Gabriele zu kündigen und eine eigene Marketingagentur zu gründen.

„Wenn man dem inneren Impuls folgt, ohne Angst zu haben, was andere über einen denken, dann kann man viel bewirken!“

Gleichzeitig bereiste sie weiterhin die Welt und beobachtete in afrikanischen Ländern eine noch stark fehlende Infrastruktur, insbesondere im Energiebereich. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee zu ihrem zweiten Unternehmen Bonergie, welches sie im Alter von 50 Jahren in München gründete. Bonergie heißt „ gute Energie “ und ist ein Social Business, das seinen Kunden eine große Produktpalette auf Basis von Solarenergie anbietet und somit Zugang zu Licht, Strom und Wasser ermöglicht. Mittlerweile lebt Gabriele selbst im Senegal und leitet ihr Unternehmen direkt vor Ort.

Welche Erfahrungen hast du gemacht, als du dich das erste Mal selbstständig gemacht hast?

Ich habe definitiv die Herausforderung unterschätzt. Davor war ich Geschäftsführerin und hatte meine Mitarbeiter und eine Sekretärin. Ich dachte, ich könnte diese Infrastruktur auch sehr einfach wieder in meinem Unternehmen aufbauen.

Aber auf einmal saß ich mutterseelenallein an meinem Tisch und wusste nicht, wo ich anfangen sollte. Diese Unsicherheit hat mich am Anfang auch sehr belastet. Dann stellte ich mich aber der Herausforderung und baute eine erfolgreiche Agentur mit einem Team von 25 Mitarbeitern auf, welche ich dann sechzehn Jahre leitete.

Welche Produkte bietet ihr bei Bonergie an?

Wir bauen Solarsysteme, um Energie auch in die Regionen zu bringen, die momentan nicht die notwendige Infrastruktur haben. Die Produktpalette ist sehr groß und beginnt mit kleinen und großen Lampen, mit denen man beispielsweise ein Handy aufladen kann. Die Steigerung davon sind Solar-Home-Systeme, die neben Licht auch Strom produzieren.

Zudem bieten wir auch solare Kühl- und Gefrierschränke an. Das ist beispielsweise sehr praktisch für Hühnerfarmen. Ohne Kühlung muss man das geschlachtete Gut am gleichen Tag verkaufen oder eben wegschmeißen. Mit den Kühlsystemen kann die Ware hingegen konserviert werden. Darüber hinaus gibt es auch solare Wasserpumpen, die den Bauern bei der Bewässerung der Felder helfen oder in einem Dorf Trinkwasser fördern.

Kommt für dich nur die Möglichkeit des Social Business in Frage? Und was bedeutet das für dich?

Die Menschheit ist auf dem Weg in eine andere Art des Lebens, welches sehr viel sozialer ist. Die Wirtschaftsform des reinen Kapitalismus hat ausgedient. Junge Menschen setzen nicht mehr nur auf Sicherheit, sondern möchten sinnvolle Dinge tun.

„Für mich bedeutet Social Business, dass man ein Business für die Menschen macht, das heißt der Mensch steht im Vordergrund.“

Das unterstütze ich, und gehe gerne voran, um neue Konzepte des Social Business auszuprobieren und andere Menschen zu inspirieren. Für mich bedeutet Social Business, dass man ein Business für die Menschen macht, das heißt der Mensch steht im Vordergrund. Man kann in jedem Bereich ein Social Business kreieren. Die Essenz ist, dabei etwas für den Menschen oder die Natur zu tun.

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