Gründerinnen-Interview mit Bianca Gfrei

Bianca Gfrei ist gebürtige Tirolerin und studierte Kommunikations- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wien und der Universität Innsbruck. Bereits während ihres Studiums sammelte sie Erfahrungen im Marketing und Branding bei Swarovski und arbeitete bei einer studentischen Unternehmensberatung. In dieser Zeit wurde ihr immer mehr klar, dass ein klassischer Konzernjob nicht in Frage kommt, denn Bianca möchte verändern und ihre Ideen schnell umsetzen. Die eigenen gesundheitlichen Probleme bringen sie dann auf ihre innovative Geschäftsidee, kostengünstige Nahrungsmittelunverträglichkeitstests anzubieten.

„Wichtig ist, dass man weiß, wo man hin will und dann findet man auch seinen Weg.“

Zusammen mit Robert Fuschelberger und dessen Vater Dr. Roland Fuschelberger gründete Bianca 2013 dann das Gesundheits-Start-up Kiweno. Das Ziel der jungen Gründerin ist es, einen einfachen und kundenfreundlichen Prozess zur Feststellung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten anzubieten und einen aktiven Umgang mit der eigenen Gesundheit zu fördern.

Wie bist du auf eure Geschäftsidee gekommen?

Die Idee zu Kiweno entstand aus einer eigenen Betroffenheit heraus. Ich hatte jahrelang Bauchschmerzen und hatte bereits einen langen Ärztemarathon hinter mir. Die Diagnosen reichten von Nährstoffmangel, über Reizdarmsyndrom bis hin zum Verdacht auf Magenkrebs. Mein Leidensdruck vergrößerte sich zunehmend, bis ich eines Tages einen Nahrungsmittelunverträglichkeitstest bei meinem jetzigen Mitgründer Dr. Roland Fuschelberger durchführen ließ. Die Resultate haben mich sehr erstaunt, denn ich litt unter einer starken Kasein- und Glutenunverträglichkeit.

Daraufhin habe ich sehr diszipliniert meine Ernährung umgestellt, und es ging mir sehr schnell viel besser. Nicht nur meine Beschwerden sind zurückgegangen, sondern ich fühlte mich auch viel energiegeladener und weniger müde. Daraufhin stellte sich mir die Frage, warum so wenig Menschen Zugang zu innovativer Labordiagnostik haben und wieso das beim Arzt soviel kostet. Und genau das wollte ich ändern.

Was war denn für dich das schlimmste Tief, das du in der Gründungsphase bewältigen musstest?

Die emotional anstrengendste Phase haben wir erlebt, als wir unseren Vertrieb aufbauen wollten. Der Plan war zunächst, dass Apotheken unser Produkt verkaufen sollten. Wir haben dann einige Monate lang 960 Apotheken in ganz Österreich angefahren und haben unsere Produkte vorgestellt. Doch am Ende haben gerade einmal fünf Apotheken uns in ihr Sortiment aufgenommen. Das war ein Punkt, wo
es uns sehr schwer fiel, nicht anzufangen an der Idee zu zweifeln. Zeitgleich ist uns zudem das Geld ausgegangen und wir mussten unsere Freunde und Familien anpumpen, um weitermachen zu können. Ich bin daraufhin nach Wien gezogen, um näher bei möglichen Investoren sein zu können, und wir änderten unsere Verkaufsstrategie.

Wie wichtig findest du es, realistische Ziele zu haben?

Ich denke, man sollte seine eigene Definition von realistisch überdenken. Wichtig ist, dass man weiß, wo man hin will und dann findet man auch seinen Weg. Meiner Meinung nach geht das leichter, wenn man eine große Vision hat. Mein Ziel war, Menschen zum Handeln zu bringen, das Gesundheitssystem aufzubrechen und ein Umdenken zu schaffen.

“Mein Ziel war, Menschen zum Handeln zu bringen, das Gesundheitssystem aufzubrechen und ein Umdenken zu schaffen.”

Realismus ist bei Gründern in manchen Bereichen wichtig, aber in erster Linie muss man ein Visionär sein und die Realität auch ein bisschen außen vor lassen.

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